Lingualspange - wird es besser?

Dieses Thema im Forum "Lingualspangen" wurde erstellt von Flora1401, 27 Juni 2021.

  1. Flora1401

    Flora1401 Member

    Liebe Leidensgenossen und -genossinnen,

    ich habe nun seit 4 Tage eine Lingualspange im OK und UK. Und.... wie soll ich sagen.... man stellt sich ja vorab auf so einiges ein, aber es ist doch deutlich schlimmer als erwartet. Aus heutiger Sicht kann ich mir nicht vorstellen, wie ich die nächsten 2 Jahre (voraussichtliche Behandlungsdauer) wieder einigermaßen normales Essen zu mir nehmen soll. Kauen ist unmöglich - habe durch einen Tiefbiss Bänder (heißt das so?) auf einzelnen Stockzähnen, die es mir unmöglich machen zusammenzubeissen. Da wird selbst Reis eine Challenge und momentan komme ich nur mit Babynahrung und Püriertem klar. Von der Zahnreinigung will ich gar nicht anfangen... Zahnseide zu benutzen ein Ding der Unmöglichkeit und diese Interdentalbürsten gehen bei mir nicht wg dem Engstand.

    Bin schon versucht mir dieses Teil wieder "abmontieren" zu lassen. Mein Zahnarzt sagt, in 4-5 Monaten kann man wieder normal essen - nur kann ich das nicht glauben.... natürlich schade um das viele Geld wenn ich am Anfang schon wieder abbreche. Aber ich denke mal in ein paar Monaten abbrechen (wenn man feststellt, dass sich das mit dem Essen nicht bessert) macht überhaupt keinen Sinn, da sich die Zähne schon etwas verschoben haben, aber wahrscheinlich noch nicht fixiert sind, sodass sie wieder zurückwandern oder im schlimmsten Fall sogar schiefer stehen als vorher?

    Ist jemand schon weiter in der Behandlung und möchte seine Erfahrung mit mir teilen?

    Danke schon mal vorab und liebe Grüße
    Flora
     
  2. RM2017

    RM2017 Well-Known Member

    Hallo @Flora1401 !

    Vorab: Ja, es wird besser, ja, es wird leichter und ja, frau gewöhnt sich an die Unannehmlichkeiten:).

    Mich wundert ja, dass Du nichts von Stechen, Kratzen und Lispeln schreibst,
    das wäre das "Übliche" bei unseren Neo- Spanglingen, speziell mit Lingual- Brackets.

    Zum Essen:
    Bei @marsie in ihrem Zahnspangen- Tagebuch findest Du viele, oft sehr heitere Beiträge dazu.
    @Bea83 schreibt da mit, sie hat auch ihren eigenen Thread, hier wiederum findest Du eine Hardcore- Version,
    sie traute sich von Anfang an alles zu probieren, entwickelte Techniken und ließ sich das Essen nie vermiesen.
    Ihre Behandlung begann aber mit einer GNE, danach sind Lingual- Brackets "ein Spaziergang".
    Aber lies selbst, jede(r) kommt irgendwie zurecht, arrangiert sich, jammert und findet sich ab.

    Meine Erfahrungen mit Außen- Brackets: Ich war feige, vor allem, weil meine KFO weit entfernt ordinierte.
    Abbeißen ging lange nicht, meine Schneidezähne waren schief und sehr empfindlich, mein Biss passte nicht.
    Mein Turbo- Stabmixer und seine Nachfolger, zwei wurden geschrottet, waren meine besten Freunde.

    Kreativität war gefragt, Du hast noch keine Ahnung, was man alles püriert genießen kann.
    @Anja-72 nannte es "Omi- Essen";), von meinem Alter her hätte das ja gepasst.

    Ich denke, Du hast Aufbisse an den Kauflächen mancher Mahlzähne, die sind ganz fies,
    weil ja auch seitliches Zubeißen ausfällt.
    Irgendwie schluckst Du dann Unzerkautes wie Reis, Bulgur, Teigwaren, zerdrückte Erdäpfel hinunter.
    Das macht keinen Spaß:(, verstehen wir alle gut.

    Never ever wirst Du Dir die Spange, auf die manche jahrelang sparen müssen, vorzeitig abnehmen lassen.
    Reinigung mit elektrischer Bürste und Munddusche, irgendwann passt Zahnseide und auch ein Interdentalbürstchen dazwischen.

    Du wirst eine eigene Esstechnik entwickeln, Dich daran gewöhnen und in spätestens 2 Jahren so herumgehen wie ich Ex- Spangling::D:D:D
    und alle meine Vorgänger*innen hier.

    Du brauchst "Geduld" und "Spucke", erstere musst Du aufbringen, zweitere kommt von allein, oft viel zu viel;).

    Reihe Dich hier ein, eröffne Dein Zahnspangen- Tagebuch - wir alle stehen Dir zur Seite.
    Ich wünsche Dir, dass Du bald besser zurecht kommst, glaub mir, das wird.

    Liebe Grüße
    RM
     
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  3. Chris78

    Chris78 Moderator Mitarbeiter

    Hallo @Flora1401

    zunächst mal willkommen bei uns - schön, das du den Weg hierher gefunden hast.

    die Antwort lautet: Ja

    Ich selbst habe zwar keine Lingualspange, sondern normale Brackets aber ich glaube egal wo und welche Spange: Am Anfang ist etwas komplett Neues und ungewohntes im Mund.
    Ich bin was die Spange angeht eine echte "Frohnatur" und mich hat bisher nichts aus der Fassung begracht...aber auch ich hab am ersten Tag hier geschrieben:
    Wie soll ich bitte so Essen? - Meine zähne können nicht mehr aufeinanderbeißen....
    Was soll ich sagen: es geht natürlich ;)
    Zwar ist es bei dem ein oder anderen schwerer - wie bei dir mit Aufbissen, aber letzten Endes findet glaube jeder seine Technik !
    Verhungert ist noch kein Spangling....ABER: Es ist für einige auf wirklich kein Spaß.
    Mein Rat dazu aus meinem Blickwinkel: Iss ALLES, kaue vorsichtig und probiere einfach was für dich persönlich geht und was nicht.du findest deinen Weg
    Ich esse mittlerweile auch alles wieder (Ok, ich verliere auch mal Stopper..im Übrigen habe ich heute morgen beim Frühstück zum glaube 4. Mal ein Drahtende verloren....:confused::confused::confused:)
    morgen habe ich Temrin und bekomme hoffentlich einen stabileren Draht der meine Kau-orgien überlebt:cool::D

    Du brauchst viel Geduld - viel mehr als ich sie aufbringen musste. Da ist die sichtbare Variante natürlich viel unproblematischer glaube ich als eine linguale spange....
    aber es lohnt isch. Das Ziel solltest du dir immer vor augen halten auch und gerade an schweren Tagen.
    Und wenn du mal Frust abbauen mußt sind wir hier für dich da!

    Unannehmlichkeiten kommen und gehen.
    Es wird immer mal Reiben, Piksen und irgendetwas nicht passen - aber ich denke (und das schreibst du ja) damit war zu rechen.

    Ich hoffe sehr, dass du dich bald besser an die Spange gewöhnst und zumindest das Essen etwas besser wird...Augen zu und durch!!!

    Liebe Grüße
    Chris
     
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  4. wolfram

    wolfram Active Member

    servus @Flora1401


    auch von meiner seite ein herzliches willkommen bei uns.

    was du berichtest und aktuellst erlebst, kann ich bestens nachvollziehen und mit dir dein leid teilen.

    sag', gibt es einen zwingenden grund, weshalb du dich für die linguale variante entschieden hast? wenn ja, bitte welchen und wenn nein, dann verstehe ich deine überlegung, möchtest du dir die lingualbrackets (beim KFO!) wieder entfernen lassen. dies wäre dann auch echt sinnvoll. mehr hierzu etwas weiters unten.

    du berichtest von tiefbiss und engstand. diesbetreffend macht eine zahnstellungskorrektur auf jeden fall sinn. sollte es falls keinen zwingenden grund für die linguale technik geben und du dir finanziell den wechsel auf die übliche multibracket-technik (brackets auf zahnaußenseite) leisten kannst, würde ich dir dies sehr empfehlen. die üblichen multibracket-apparturen weisen bspw. folgende vorteile auf:

    -- recht unproblematisch betreffend nahrung, insofern man hartes, knackiges meidet
    -- weitestgehend direkt ersichtlich, wo die zähne/brackets sauber sind und wo nicht
    -- lassen sich deutlich besser reinigen (+zahnbürste, +zahnseide, +interdentalbürsten)
    -- deutlichst höhrere zahn-/mundhygiene
    -- sogleich ersichtlich, sollte mit einem bracket/draht falls mal was nicht mehr ganz in ordnung sein
    => alle diese vorteile kann dir die lingualtechnik in keinster weise bieten! nicht mal im ansatz!

    => WICHTIG: die linguale technik ist der deutlich kleineren bogenradien (inkl. zwangsläufig geringerer kräftemomente) wegen, klar ineffizienter und deshalb insgesamt kostenintensiver! die installation / behandlungszeit dauert länger, dadurch unnötige mehrkosten! die propagierten versprechen der kürzeren behandlungsdauer kann sie defacto nie und nimmer erfüllen (kleinere bogenradien etc. !). demgegenüber punktet die konventionelle multibracket-apparatur ganz klar. schnell installiert, wesentlich besser plan-/kontrollierbar (größere bogenradien, bessere kräftemomente etc.). dadurch kann das fokussierte ziel präziser, schneller, angestrebt/erreicht werden. kurzum, beim preis-/leistungsverhältnis hat die konventionelle multibracket-appartur (außen), ganz klar die nase vorne!


    was mir für den moment noch etwas fragen aufwirft und ich dich deshalb um klärung bitten möchte:
    => du berichtest von bändern auf dem molaren (du: "stockzähne") und bringst dies mit dem tiefbiss in zusammenhang. wo genau wurde bei dir der tiefbiss gefunden...?! stehen die bänder über den "obersten rand" (für dich vereinfacht ausgedrückt) der zähne hinaus...?!


    bin sehr auf deine antworten gespannt.


    beste grüße

    wolfram
     
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  5. Flora1401

    Flora1401 Member

    Zuerst einmal herzlichen Dank euch allen für die nette Aufnahme, die Anteilnahme und die raschen und ausführlichen Antworten!! Das hilft gerade unglaublich - jemanden gefunden zu haben mit dem man über das Thema "reden" kann :) Ich habe wohl vorab sehr viel recherchiert, vor allem nach Erfahrungsberichten! Leider habe ich nur sehr wenig dazu gefunden und dieses Forum erst jetzt - viel zu spät - entdeckt.

    Servus @wolfram !
    Ich habe mich für die linguale Variante entschieden, da ich mich in meinem beruflichen Umfeld und aufgrund meines Alters (ich bin 37) mit einer außenliegenden Zahnspange sehr unwohl gefühlt hätte. Ich habe keine gravierende Fehlstellung, doch beneide ich seit mindestens 20 Jahren alle, die schöne gerade Zähne haben. Genau wie du schreibst - die linguale Variante wird als rasche und unsichtbare Möglichkeit verkauft, Fehlstellungen zu korrigieren. Das Wesentliche ist nun, dass mir mein KFO im Vorgespräch ein Modell gezeigt hat, an dem man die Brackets lediglich an der Zahninnenseite sieht. Somit war ich darauf eingestellt, dass Essen wohl immer wieder mal Schmerzen bereiten wird und man sich eine Technik zulegen muss wegen dem Draht. Nur sieht das Endresultat aber so aus, dass im OK die Zähne Nr 16+26 komplett überzogen sind - es sieht wie eine Krone aus. Und im UK sind 36+37 und 46+47 zu jeweils einem Drittel "überkront". Also ja, die "Bänder" stehen über den obersten Rand der Zähne hinaus, sodass ich nicht richtig zusammenbeissen kann und somit jegliches Beissen (selbst von weichen Nahrungsmitteln) unmöglich ist. Dieser "Überzug" ist laut meinem KFO notwendig, da die oberen Zähne zu weit über die unteren ragen (die oberen Zähne sollen 2-3mm über die unteren ragen wenn man den Mund geschlossen hat, bei mir ist es eben mehr). Die anderen Zähne sollen sich dann anpassen, damit der Tiefbiss verschwindet. Wie gesagt das wusste ich vorab nicht und wenn ich gewusst hätte, dass ich mich über Monate nur flüssig ernähren kann, hätte ich mich vermutlich nicht für diese Variante entschieden. Ich bin auch normal nicht wehleidig, aber das übersteigt gerade meine Möglichkeiten mich auf eine neue Situation einzustellen .... und ich frage mich auch was da noch alles kommt, was ich nicht weiß. Deswegen überlege ich ernsthaft mir die Spange wieder abnehmen zu lassen (besser jetzt als in ein paar Wochen oder Monaten)- dann lebe ich eben mit ein bisschen schiefen Zähnen. Natürlich ein Wahnsinn soviel Geld in den Sand zu setzen und es ärgert mich, weil ich üblicherweise durchziehe was ich mir vornehme. Aber über (zumindest) Monate so belastet zu sein - das kostet viel Energie. Ich bin beruflich ziemlich eingespannt, sodass meine Zähne eigentlich nebenbei "mitlaufen" und nicht das Hauptthema werden sollten.... mag auch sein, dass ich mich gerade hineinsteigere....
    Ich merke, du kennst dich sehr gut aus - deine Darstellung der Vorteile einer außenliegenden Zahnspange hätte mich nocheinmal darüber nachdenken lassen. Ob ich das noch in Betracht ziehen würde, kann ich momentan noch nicht sagen.... Ich hoffe, meine Erklärung war halbwegs verständlich :)
    Liebe Grüße
    Flora

    Hallo @Chris78 !
    Ich finde das toll, dass du so gut damit umgehen kannst! Und ich wünsche dir alles Gute für deinen heutigen Termin! Ich habe versucht eine weiche Topfengolatsche, ein weiches Tramezzini und eben Reis zu essen - geht alles nicht, weil ich einen zu großen Abstand zwischen den Stockzähnen habe um das Essen zerkleinern zu können. Und ich kann mir gerade keine Technik vorstellen, wie das gehen soll :( und größere Brocken einfach schlucken ist glaube ich auf Dauer auch nicht gut für die Verdauung :((
    Das einzig Positive ist, dass ich nur einen Draht hatte, der hinten links weggestanden ist - den konnte ich mit Wachs überdecken. Somit geht es mit der Zunge zumindest...
    Danke dir jedenfalls für die netten Worte und die Aufmunterung! :)
    Liebe Grüße
    Flora

    Liebe(r) @RM2017 !
    Danke auch dir für die aufmunternden Worte - es hilft schon sehr zu wissen, dass man nicht alleine ist. Ja, das Pieksen und Kratzen hält sich bei mir zum Glück in Grenzen. Einen lästigen Draht habe ich mit Wachs fixiert. Aber da bin ich auch unsicher wie lange ich den am Zahn belassen kann. Eigentlich müsste man den ja jedes Mal vor dem Zähne putzen abnehmen denke ich...
    Wie lange hast du dich nur von Püriertem ernährt - nachdem gleich 2 Stabmixer ihr Leben lassen mussten, nehme ich mal an länger?
    Soviel Geld zu investieren und dann abzubrechen ist ein Wahnsinn, da gebe ich dir Recht! Ich denke mir nur ich habe ja gerade deshalb soviel Geld investiert um mir das Leben leichter zu machen und nicht schwerer. Und momentan ist diese Flüssig-Ernährung auf längere Zeit für mich nicht vorstellbar.
    Ich werde deinen Tipp aufnehmen und mich mal durch die Tagebücher klicken :)
    Ich bewundere jedenfalls auch dich, dass du durchgehalten hast und du kannst jetzt bestimmt stolz auf deine schönen Zähne sein!
    Liebe Grüße
    Flora
     
  6. RM2017

    RM2017 Well-Known Member

    Liebe @Flora1401 !

    Danke, dass Du so schön Feedback gibst, da schreibt man/frau gleich wieder gern weiter - ich bin weiblich, siehst Du am Avatar;).
    Ich hatte als Studentin meine erste dreijährige KFO- Runde und drehte nun, deutlich älter als Du, die zweite.....

    Gib nicht auf, denk nicht daran, abzubrechen, ich bereue für den Rest meines Lebens, nicht früher angefangen zu haben.
    Du hast danach noch viele Jahre mit schönem strahlenden Lächeln vor Dir.

    Außenbrackets- Innenbrackets, so viele User*innen, so viele Meinungen.
    Jeder hat seine Gründe, von den physikalischen Gründen, die @wolfram so schön erklärt, haben wir KFO- Laien und
    Neulinge ja keine Ahnung.

    Die Bilder bei @Bea83 und @marsie zeigen, dass es so "hochgezogene" Brackets gibt, die ja als Aufbisse fungieren.
    Üblicherweise wissen die KFOs schon, was sie tun;), und wenn sie uns vorab über alle Unannehmlichkeiten aufklären würden,
    die auf uns zukommen könnten, würden wir schreiend davonlaufen....

    Es ist sogar sehr fair, dass Dein KFO von 4-5 Monaten Gewöhnungszeit spricht, manche sagen, in 2 Wochen haben Sie sich dran gewöhnt.

    Das Wachs kannst Du dran lassen, bis es verspeist worden ist, schadet nicht, beim Reinigen fällt es sowieso ab.

    Da Du beruflich sehr eingespannt bist, wirst Du Dich bald wirklich nur mehr so nebenbei mit Deiner Spange beschäftigen können,
    Ablenkung hilft da sehr.

    Nein, Du musst Dich nicht flüssig ernähren, Du wirst auch nicht alles unzerkaut runterwürgen, da stellt sich echt eine Übung ein,
    wie es geht. Der Magen gewöhnt sich auch daran, wenn mal ganze Stückchen zu verdauen sind.

    Der Spaßfaktor beim Essen geht anfangs sehr verloren, auch wenn Du neue Bögen bekommst, da kommt der Mixer zum Einsatz.

    Schmökere wirklich in den Threads, auch bei @Anja-72 , die eine gemischte Spange hat, wenn Du den nötigen Humor aufbringst,
    tust Du Dir leichter.

    Du verwendest das Wort "Stockzähne", was eigentlich nur in Ö, Bayern und in bestimmten Schweizer Kantonen geläufig ist,
    ich bin Wienerin, die in Bayern lebt.

    Halte durch, wir wanderten alle einmal durch dunkle Täler, wie glaube ich @marsie es einmal beschrieb, aber am Ende
    strahlen wir mit der Sonne um die Wette:D.

    Liebe Grüße
    RM
     
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  7. wolfram

    wolfram Active Member

    Servus liebe flora


    Schön, dass du so schnell antwortest. :)


    betreffend deiner begründung hinsichtlich der lingualen- vs. konventionellen multibrackets:

    ehrlich gesagt, ich habe zwar gewiss verständnis für deine überlegung, jedoch einen wirklich zwingenden grund hattest du nicht genannt. schau‘ ein wirklich zwingender wäre, wenn bspw. die geschäftsleitung ausdrücklich darauf bestanden hätte. sprich, aus deren sicht wäre eine perfekte zahnstellung quasi „pflicht“, weshalb eine korrektur => ein „muss“, aber dann bitte „unsichtbar“, eben lingual. nur das „unwohlfühlen“, liebe flora und bei allem gebührenden respekt, reicht nicht für zwingend.

    schau‘ mal, wir alle erwachsenen hier (einschl. meiner einer), fühlten uns irgendwann mal auch unwohl. bei den meisten, wenn sie erst im erwachsenen alter beginnen eben dann, bei anderen wiederum wenn’s im kinder-/teenie-alter schon losgeht wie bspw. bei mir, eben dann. kurzum, dieses unwohl sein, gehört nun einfach mal dazu.

    fact ist allerdings, je selbstbewusster man ist und je mehr man selber für sich und seine sache/entscheid einsteht, umso kurzzeitiger ist dieses empfinden nach unwohl sein. ;-)

    da du schreibst, nicht wehleidig zu sein, würde ich es dir zutrauen, könntest du ausreichend taff sein, um der ersten fragenden person auch gleich den wind aus den segeln zu nehmen. ;-)

    wenn du von beginn weg damit rechnest, wird der/die eine oder andere neugierige mal fragen, dann bist du vorbereitet, insbesondere wenn du dir vorweg schon eine gute und klare antwort bereit gelegt hast. dann ist der käs‘ ziemlich schnell gegessen. ;-)

    lässt du dich allerdings auf dem linken fuss erwischen, dann kann vllt. schon mal ein banger moment mit verbunden sein.

    auch wenn du keine gravierende fehlstellung zu haben scheinst, so möchte ich dich doch weiterhin zu aufmuntern, bei der zahnstellungskorrektur zu bleiben. nur beißerles welche top in reih‘ und glied stehen, schauen nicht nur toll aus, sondern lassen sich auch optimal pflegen. :)


    -- dein KFO:
    was deinen KFO betrifft, so scheint mir, sei der schlicht und einfach nur auf das neumodische linguale system eingeschossen und berate seine patienten daher nur einseitig, was MBE nicht korrekt ist. insbesondere der verschiedenen von mir vorgenannten nachteile wegen.


    -- „überkronte“ zähne / tiefbiss:
    da mir weiterhin die info fehlt, wo genau bei dir ein tiefbiss gefunden wurde, kann ich momentan zumindest, kaum nutzbringend einschätzen, warum/weshalb bei dir die genannten beißerles voll bzw. zu 2/3 überkront sind. augenblicklich scheint mir dies relativ wenig sinn zu ergeben. insbesondere vor dem hintergrund, da bei einem solchen, die frontzähne des UK durch jene des OK beinahe oder komplett überdeckt werden. ist das bei dir der fall…?! momentan hege ich dezente zweifel, ob bei dir alles sauber läuft.

    einzig denkbares wäre, wenn dein KFO mit der „überkronung“ am OK erreichen will, die 16 und 26 quasi hoch in den knochen zu versenken. sollte dies seine absicht sein, sehe ich hierin momentan wenig erfolg:
    1.) du kannst nicht richtig zubeißen und tust es offensichtlich auch nicht. defacto bleibt der nötige druck auf eben jene 16/26 aus, um sie ausreichend zu versenken.
    2.) im alter, so oder auf ähnliche weise versenkte zähne, bleiben für gewöhnlich nicht wo man sie gerne hätte. sprich, ein unerwünschtes rezidiv wäre die folge. außer, es erfolgte eine entsprechend ausführliche retention, welche allerdings absolut wasserdicht sein müsste.


    -- durchziehen oder nicht / bracketsorten:
    liebe flora, wie ich vermutete, scheinst du ausreichend taff zu sein. das bestätigt mir dein aktuellstes post. deine lingualen brackets entfernen zu lassen, nur um mit nicht ganz perfekt stehenden beißerles zu leben, stellt bei allem repsekt keine option dar. viel eher würde ich dir echt dazu raten, wechsle zur konventionellen und vorallem sehr bewährten technik.
    als info für dich: es gibt unterschiedlichste bracketsorten. von absolut „vierschrotig“, kantig und eckig, bis wunderschön stylisch mit absolut schönen rundungen rings herum. ebenfalls gibt es auch welche, mit sehr flachem profil. dies betrifft im speziellen die edelstahlbrackets.

    natürlich gibt es auch noch kaum sichtbare keramik-brackets, zu welchen ich jedoch nicht meine volle empfehlung abgeben kann. grund hierfür: sollte beim späteren debonding eines falls brechen/splittern, kann der rest nicht mehr einfach ohne weiteres entfernt werden. da kann’s schon mal zu einem mühsamen abschleifen führen. die edelstahligen hingegen, gehen immer problemlos ab. :)

    solltest du dich ggfs. für einen systemwechsel entscheiden, würde ich mich bereit erklären, dir hinsichtlich der edelstahl-bracketsorten, verschiedene infos zukommen zu lassen, so du damit bei deinem KFO aufschlagen kannst und weißt was du möchtest.


    -- nebenher und hauptthema:
    da verstehe ich dich sehr gut. normalerweise würde es sich ja auch nur um einen mitläufer handeln. nun aber gestaltet es sich weng anders, weshalb es wichtig ist, sich auch eingehend mit zu befassen, denn es ist vorallem deinerseits nun, eine entscheidung gefragt.
    > möchtest du dich weiterhin derart beim essen/zähneputzen abplagen oder nicht?
    > möchtest du lieber wechseln um dich sodann über die verschiedenen und echt wunderbaren erleichterungen zu erfreuen?
    > möchtest du einfach alles beim alten bleiben lassen?!


    bis bald! :)


    beste grüße
    wolfram
     
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  8. Flora1401

    Flora1401 Member

    Lieber @wolfram!

    Schön, dass DU so schnell antwortest!! :) Ich bin ja verzweifelt und frustriert und sitze auf Nadeln ob ich hier Rückmeldungen zu meinem Problem bekomme. Danke auch dir für deine Anteilnahme, den Zuspruch nicht aufzugeben mit der Zahnregulierung und nicht zuletzt auch das Verständnis für meine Situation!

    Du hast natürlich völlig Recht - zwingender Grund ist das bestimmt keiner. Und hätte ich mich entscheiden können zwischen "Essen" ODER "schön sein", dann hätte ich mich ohne Zweifel für "Essen" entschieden!! Das "Problem" der Außenwirkung kommt mir aus heutiger Sicht eh lächerlich vor, ehrlich gesagt. Hinten nach relativieren sich halt dann oftmals die Dinge....

    Die Beratung meines KFO war definitiv sehr einseitig - das würde ich jedem, der sich für eine Zahnspange interessiert jetzt mitgeben, dass er genau die Vor- und besonders die Nachteile ALLER Varianten hinterfragen und sich im Detail erklären lassen soll. Insbesondere, wenn man als Laie glaubt man hat sich mit Dr. Google schon für das richtige entschieden...

    Stimmt, ich kann dir meinen "Tiefbiss" leider nicht erklären. Habe nun am Befund nachgelesen und möchte gerne mit dir teilen, was da steht. "Klasse I mit starkem Engstand und Kreuzbiss rechts, IOTN: 4d (33/41), Multibandbehandlung lingual" - vielleicht kannst du etwas herauslesen? Wie gesagt die Erklärung meines KFO war, dass sich die anderen Zähne einrichten auf diese "Erhöhung" und damit mein Tiefbiss korrigiert wird.

    Danke dir für deinen Input zu den außenliegenden Brackets und dass du dir die Mühe machen würdest, mir weitere Informationen zu übermitteln! Wenn du Sie bei der Hand hast, nehme ich sie gerne. Falls du extra etwas heraussuchen müsstest, dann würde ich mich melden, wenn ich soweit wäre. Genau, ich muss eine Entscheidung treffen und deine erste Frage würde ich sofort mit NEIN beantworten :) Frage 2+3 kann ich noch nicht beantworten, da bin ich mir noch unsicher...

    Liebe Grüße
    Flora
     
  9. Flora1401

    Flora1401 Member

    Liebe @RM2017 !

    Danke auch DIR für die rasche Antwort! Entschuldige bitte, ich habe gar nicht auf die Avatare geachtet! Sehe jetzt, dass du auch weiblich bist :) und ich freue mich über eine Landeskameradin! Ich komme nämlich auch aus Wien :)

    Wusste gar nicht, dass die Stockzähne in Deutschland anders heißen - aber habe dann nachgelesen, dass du von "Mahlzähnen" schreibst. Finde ich lustig, ist aber eigentlich ein viel passenderer Ausdruck!

    Wahrscheinlich hast du Recht - wenn man alle Details wüsste, dann wären schiefe Zähne plötzlich "in" und keiner würde sie mehr begradigen lassen. Die meisten erledigen das allerdings im Kindes- und Jugendalter, wo das alles ja noch viel einfacher ist. Du hattest ja dann den Vorteil, dass du zumindest wusstest worauf du dich einlässt.

    Das mit dem Spaßfaktor stimmt völlig - habe mir nach deiner Nachricht mit dem Pürierstab ernsthaft überlegt, ob man sich auch Schnitzel pürieren könnte :) zum Abendessen gabs jedenfalls Vanilleeis mit Schokosauce (aber das geht doch auch nicht auf Dauer....)

    Danke dir herzlich für deine Aufmunterung .... ja, bei mir ist es derzeit stockfinster aber irgendwann muss ja mal wieder die Sonne aufgehen :)

    Liebe Grüße
    Flora
     
  10. RM2017

    RM2017 Well-Known Member

    Hallo Landsmännin;) - oder wie gendert frau da richtig?
    Tummeln sich ja einige Wiener*innen hier, ich denke, dass das Forum von einem Wiener ins Leben gerufen worden ist.

    Es gibt viele Bezeichnungen, und im engeren Sinn sind mit den Stockzähnen sogar nur die Weisheitszähne gemeint.
    Diese kommen oft mit dem Wachstum ins Stocken, darum erhielten sie diesen Namen.
    Du weißt schon, uns Ösis trennt von den deutschen Nachbarn nichts mehr als die gemeinsame Sprache:).

    Auch bei Kindern ist es nicht immer so einfach, mein Sohn war von 8-18 in KFO- Behandlung, er hat wohl meine
    Fehlstellung geerbt.

    Und glaube mir, es wird nicht einfacher, auch wenn man einen zweiten Durchgang einlegt, Unannehmlichkeiten gab es genug,
    halt in anderer Art als bei Dir.

    Schnitzel ginge wohl pürieren, aber wir essen ja auch mit den Augen....eines ist sicher Bracketsträger*innen leben gesünder.
    Es gibt auch Kochbücher für Spanglinge:p.

    Wenn Du Zeit hast, lies wirklich bei schon erwähnten User*innen nach, alle haben sich irgendwie arrangiert und sind bis jetzt nicht verhungert:).

    Abgesehen von den physikalisch-technischen Ansichten, ich würde bei den Lingual- Brackets bleiben,
    sie wurden extra angefertigt, Stück für Stück, Du hast sie aus für Dich stimmigen Gründen gewählt.

    @Chris78 zB hat Außen- Brackets wie ich sie trug, seine Probleme hatte ich nie, dafür andere....
    wer weiß, was da bei Dir auftreten würde, und zahnschonend ist es nicht gerade, Brackets runter, Brackets rauf.

    Wie @marsie immer sagt- jeder Mund ist anders, was für den einen passt, stört den anderen, die Menschen sind sehr verschieden
    in ihrer Empfindlichkeit, Toleranzgrenze und im Umgang mit Zahnspangen- Problemen.
    Eines stimmt wirklich: Es grenzt an ein Wunder, was man alles aushält und woran man sich gewöhnen kann.
    Und hinterher sagt man- so wie ich- sooo schlimm war es doch gar nicht.

    Die Sonne wird wieder aufgehen, wie jeden Tag, und Deine persönliche Sonne auch, ganz sicher:).

    Viele Grüße
    RM
     
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  11. Chris78

    Chris78 Moderator Mitarbeiter

    Hallo @Flora1401

    deine Situation ist natürlich total verzwickt...ich verstehe dich da voll.
    Vieles von dem was man jetzt schreiben könnte ist eben: Hätte,Hätte,Fahradkette... und bringt dir nicht wirklich was.

    RM2017 zitiert hier immer oft einen wirklich weisen Spruch von Friedrich Nietzsche:
    Das Tragische an jeder Erfahrung ist, das man sie erst macht, nachdem man sie gebraucht hätte.

    Jetzt kann ich dir nur raten:
    Nimm dir die Zeit für dich und deine Situation. Nimm dir soviel du brauchst.
    Wenn du schreibst, du sitzt auf Nadeln, brennt dir quasi die Situation unter den Nägeln und das ist nicht gut um eine Entscheidung zu treffen.
    Wir hier können dir nur unsere Erfahrungen weitergeben - helfen deine Gedanken zu sortieren und deine Entscheidung begleiten.
    Jeder Mensch ist anders - was mir ganz leicht fällt ist für dich vielleicht unerträglich oder inakzeptabel.
    Ich würde dir aber auf jeden Fall raten nicht vorschnell zu handeln. Gib dir, dienen Zähnen und der spange Zeit sich zu gewöhnen.
    Mit deinen 37 Jahren hast du dir ja shcon einen Schritt zu getraut den andere nicht wagen!
    Aber wir sind hier wie du feststellen wirst alle noch sehr jung^^ Ich habe dieses Jahr zum 15. mal meinen 28 Geburtstag gefeiert... ;)
    Ich habe mich bei vielem damit immer motiviert und gesagt: Hey - das machen andere auch....das muss irgendwie gehen.
    Z. B. beim Essen. Ich esse einfach alles - egal wie. Ich sehe ja andere nit Spange (zugegeben jünger) und die essen auch ganz unbedacht alles...dann kann ich das auch.

    Wenn diese blöden bunt bedruckten Scheinchen nicht wären, würde es dir sicher leichter fallen zu sagen: Ich nehme jetzt doch normale Brackets.
    Falls das eine Option werden sollte, kann ich dir sagen: Es interessiert wirklich niemanden - nur deinen eigenen Kopf.
    Keine fremde Person spricht dich an, vielleicht einige aus deinem Umfeld (ich bin jetzt in zwei Monaten 3x darauf angesprochen worden aus meinem Umfeld) und in deinem privaten Umfeld sollte das ja nun wirklich gar kein Problem darstellen.
    Viele bemerken es nichtmal, andere merken es, aber wieso sollten sie etwas dzu sagen?
    Wieviel Menschen mit Brille hast du bisher angesprochen?
    Von daher: Dieses Thema kannst du wirklich abhaken....

    für dich musst du erst einmal jetzt klären ob du
    a) weiter mit Lingualspange leben kannst udn durchziehst
    b) die Behandlungsart wechseln wollen würdest und auch könntest
    c) die Behandlung abbrichst

    Wie oben bereits geschrieben - gib dir Zeit für diese wirklich wichige Entscheidung
    Falls du Fragen hast, Zweifel, oder auch nur Zuspruch benötigst - all dies bekommst du hier im Forum!
    Es wird aber besser mit der Zeit! Versprochen (oder zumindest anders ;) )

    Ich hoffe du kannst das Chaos in deinem Kopf bald ordnen. Meine Daumen sind für dich gedrückt

    LG
    Chris
     
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  12. wolfram

    wolfram Active Member

    moin liebe flora


    bitte gerne, nix zu danken. ;-)
    versteht sich von selbst.

    dass du verzweifelt und frustriert bist und auch auf nadeln sitzt, kann ich echt bestens nachvollziehen. bedauerlicherweise geht es praktisch allen neuen spanglingen so, wenn erst mal klar wird, lief/läuft dies und das nicht optimal bzw. wurde von KFO-seite einmal mehr einen beitrag zur servicewüste geleistet.


    -- essen/schön sein:
    klar, wer würde sich schon nicht für essen entscheiden. energiezufuhr ist nun mal unumgänglich.
    allerdings ist es in gewisser weise auch weng witzig, denn mit der konventionellen technik, könntest du gleichso recht problemlos essen und auch zuschauen wie du von tag zu tag schöner wirst.

    -- beratung vom KFO:
    es ist echt so mühsam, trifft man immer wieder und vorallem völlig unerwartet auf solche individuen von KFO:in, welche nur grad das verkaufen, was ihrer ansicht nach „trendy“ ist. wie sich der patient damit dann fühlt bzw. ob er damit überhaupt zurecht kommt, interessiert keineswegs. hauptsache es wurde erfolgreich verkauft!
    ich kann nur nochmals allen leser:innen dringlich mit auf den weg geben, auf keinen fall einfach beim ersten KFO den auftrag erteilen, sondern mind. eine zweite beratung anderswo einholen.
    WICHTIG: schaut euch IMMER deren website ganz genau an. führt ein KFO:in keine klar und eindeutig rekonstruierbare vita, sollte man so jemanden besser zum vorne herein meiden.

    -- dr. google bzw. tante google:
    google ist gut und recht und sicher auch nützlich. nur ist auch von wichtigkeit, beim filtern der suchergebnisse, exakt die spreu vom weizen zu trennen. hierzu braucht es wohl etwas übung, kann aber auf jeden fall erlernt werden.

    -- deine diagnose:
    bedauerlicherweise verhält es sich so, gibt es innerhalb verschiedener staaten, manchmal sogar nicht mal innerhalb verschiedener bundesländer oder gar KFOs, ultimativ in stein gemeißelte regeln, welches zahnschema und welche kürzeln verwendet werden. meinerseits bspw., bin ich DE-fokussiert, du hingegen kommst aus wien (AT), wie du schreibst. soher muss ich erst mal umdenken, denn eure AT-spezifikationen, sind mir nicht ganz bis ins hinterste und allerletzte detail bekannt. ;-)
    trotzdem aber scheine ich fündig geworden zu sein.
    => IOTN: 4d (33/41) müsste demnach bedeuten: „Index of Orthodontic Treatment Need“. dieses stellt ein bewertungssystem dar, wonach festgestellt werden kann, welche zahnstellung wie behandlungsbedürftig ist und welche art der behandlung bzw. das dafür verwendete material angemessen ist. für euch aus AT, fand ich im bereich der sozialversicherungen einen wisch, welcher dieses kürzel etwas aufschlüsselt.
    LINK (pdf): https://www.google.ch/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=&cad=rja&uact=8&ved=2ahUKEwiS79XGgrvxAhXugv0HHWnUAfIQFjADegQIFxAD&url=https://www.sozialversicherung.at/cdscontent/load?contentid=10008.704375&version=1577724353&usg=AOvVaw1QE0KxyQBvbDZ1hsmtrPdp
    => bereits oben beim kürzel IOTN, bei der zeile für die „interzeptiven behandlung“, findest du deine ziffer „4d“. auf seite 2 dann, buchstabe „d“ wird ausgeführt „ein- oder beidseitiger lateraler Kreuzbiss“. daher scheint es sich um das zu handeln, was du erwähnst. würde also passen. ;-)
    die ziffern „33/41“, vermute ich, müssen die betreffenden beißerles bezeichnen. deine in post #5 verwendeten zahnnummern, ordne ich dem offiziellen FDI-zahnschema zu. siehe hier…:
    -- OK: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/76/Zahnschema_OK_1.jpg
    -- UK: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/96/Zahneschema_UK_1.jpg
    => sollte meine vermutung richtig sein, handle es sich bei den beiden nummernangaben und zähne, dann findest du sie auf der UK-grafik. 33 müsste demnach der linke eckpfeiler sein, die 41 der erste schneidezahn rechts, direkt neben der mittellinie, um es für dich verständlich zu bezeichnen.
    =>> kurzum, die benannten beißerles scheinen defacto von „starkem engstand“ betroffen zu sein.
    betreffend den klassifizierungen (vereinfacht): I = am leichtesten, II = mittel, III = schwer.

    -- überkronung / erhöhungen:
    wie bereits ausgeführt, im erwachsenenalter haben die molaren (backenzähne bzw. auch stockzähne genannt), sehr oft die angewohnheit, sich wieder aus dem knochen heraus zu bewegen, nachdem sie in selbigen versenkt wurden. aus meiner sicht, traue ich der sache nicht wirklich.
    WICHTIG: betreffend deinem KFO, hast du eine PN mit gutgemeintem angebot von mir.

    -- brackets:
    diese habe ich bei mir als bildmaterial vorliegen. momentanes problem (aufgrund früherer erfahrungen hier): ladet man bilder von der festplatte hoch, werden sie unvorhersehbar entweder ewig riesig oder unzureichend klein. keine ahnung woran das liegt. daher suche ich die für dich als möglichkeit in begtracht kommenenden brackets, nochmals als link, und poste diesen dann hier. so erscheinen die bilder in fixer grösse. du wirst dann sehen. ;-)

    -- meine fragen/deine entscheidungen:
    schon mal sehr gut, möchtest du dich definitiv nicht mehr abplagen beim essen/zähne-/spange putzen. ;-)
    -- hier nochmals kurz das input für dich: da linguale brackets kaum gescheit zum reinigen sind, erweisen sie sich permanent als unzureichend sauber, neigen vermehrt zu dauernden ablagerungen. im mund, im permanent feuchtwarmen klima, können sich sodurch sehr leicht und recht schnell bakterien und unangenehme gerüche entwickeln. die mundflora wird auf jeden fall unnötig in mitleidenschaft gezogen. bei den konventionellen brackets geht dieses problem nahezu gegen null, insbesondere wenn du wert drauf legst, die stylischen brackets auch wirklich sauber zu halten.

    randvermerkt: stylische brackets gehen schon beinahe als „zahnschmuck“ durch. ;-))

    aus meiner sicht zur sache, tendiere ich stark zu „SL-brackets“. „SL“ steht für selbstliegierend. insbesondere bei den selbstliegenderenden, gibt es absolut tolle brackets, welche nur im minimum anfällig auf ablagerungen sind bzw. sie lassen sich deshalb auch am einfachsten, unkompliziertesten reinigen. ich könnte mir gut vorstellen, wäre das für dich ein weiterer pluspunkt.


    bis bald bzw. in der PN. ;-)


    beste grüße
    wolfram
     
    Zuletzt bearbeitet: 28 Juni 2021
  13. Flora1401

    Flora1401 Member

    Liebe @RM2017!

    Schön zu lesen, dass hier mehr Landsmänner und -frauen unterwegs sind - hatte den Eindruck, dass das ein rein deutsches Forum ist :) Macht ja auch nichts - wir Ösis lernen immer gerne von unseren Lieblingsnachbarn!

    Darf ich dich fragen warum du eine zweite Runde mit Zahnspange drehen musstest? Hat bei dir der Retainer nicht "gehalten"? Aus heutiger Sicht eine Horrorvorstellung sowas ein zweites Mal machen zu müssen...

    Du hast schon recht mit den Lingualbrackets - etwas das extra auf meine Zähne angepasst ist, kann ja nicht soooooo falsch und schlecht sein.... wahrscheinlich ist es mehr ein mentales Problem - plötzlich mit Einschränkungen konfrontiert zu sein, auf die man nicht so ganz vorbereitet war....

    Ich wäre dann die erste Schlagzeile in der Geschichte wenn ich doch verhungere ;) Ich werde jedenfalls deinen Input aufnehmen und ein bisschen bei den anderen User*innen nachlesen. Allzu viele mit Lingualspange gibt es allerdings nicht, kommt mir vor!

    Liebe Grüße
    Flora
     
    RM2017 gefällt dies.
  14. wolfram

    wolfram Active Member

    moin liebe flora


    auch nach einer nacht drüber schlafen, stehe ich deinem KFO noch immer kritisch gegenüber, betreffend seiner überlegung mit der überkronung/erhöung, um sodurch die betreffenden beißerles, in den knochen zu versenken.

    damit das wirklich funktioniert, müsstest du im grunde immer dann wenn dein mund geschlossen ist, ganz bewusst und gezielt beide kiefer so sehr aufeinander beißen, als würdest du quasi erzwingen wollen, berühren sich die kauflächen beider kiefer, analog „nussknacker“ (https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/e5/Nussknacker.jpg/170px-Nussknacker.jpg).
    da dies jedoch zwangsläufig schmerzen verursachen wird, würde ich dich verstehen, lässt du es allsbald bleiben, weshalb der beabsichtigte effekt ausbleibt.
    selbiges betrifft auch die nahrungsaufnahme, bei welcher von dir bereits jetzt schon, „ausweich-manöver“ zu lesen waren. soher also auch hier kein erreichen des beabsichtigten effekts.
    hierzu kommt: selbst wenn irgendwann mal, die betreffenden zähne versenkt sind, wie bitte will er diese so an ort fixieren, damit sie sich nicht wieder aus dem knochen heraus schieben?! es sind ja nicht nur jene beiden, sondern die anderen sollen folgen, zumindest seiner aussagen nach.

    um es mal bildlich darzustellen:
    1.) du hast eine metallene pinwand vor dir, hängst x-A4-blätter mit (zu) schwachen magneten in einer horizontalen reihe auf. (das wäre situation JETZT).
    2.) du hängst erst die äußeren (die überkronten), später alle (jene die folgen sollen), einige zentimeter höher. (zähne in den knochen versenkt).
    3.) da die mangnete nicht ausreichend sind, rutschen die A4-blätter nach und nach wieder nach unten. (zähne schieben sich wieder aus dem knochen).
    4.) auch dann bzw. dann umso mehr (weil mit zunehmender last), wenn die ganze A4-blätterreihe miteinander verbunden ist. (retention und defacto = rezidiv).

    => warum „zu schwache magnete“? ganz einfach, die gingiva, also das zahnbett, umklammert die zähne auch nicht derart gewaltig, so sie wie festgetackert an ort bleiben. defacto wird ein späteres „herausrutschen“ die folge sein, da wie bereits erwähnt, zähne der zweiten garnitur im erwachsenenalter die angewohnheit haben, nicht versenkt im knochen zu verbleiben, retention hin oder her.


    überdies:
    was mir besonders suspekt erscheint => du scheinst einen tiefbiss zu haben. stimmt doch so, oder?! unter einem tiefbiss versteht man i.d.r., überdecken die OK-frontzähne jene vom UK zu sehr.
    um es an folgendem beispiel aufzuzeigen:
    => https://www.kfo-wolfratshausen.de/images/beispiele/tiefbiss/tiefbiss-4.jpg
    > obere reihe = tiefbiss = unkorrigiert.
    > untere reihe = tiefbiss behoben, zahnstellung optimal.

    durch die tatsache, wurden zähne bei dir überkront, sollen dadurch in den knochen versenkt werden, weitere sollen darauf hin folgen, würde dadurch der tiefbiss an der front alio logo verstärkt!
    das kann’s doch echt nicht sein…?!!
    was bei dir scheints abgeht, erscheint mir eher als physikalischen blödsinn wie wirklich logisch und sinnvoll.
    => daher möchte ich dich verständlicherweise, um aktive klärung bitten.


    zu den brackets:
    wie bereits ausgeführt, gibt es welche, die kantig und eckig wie sonst noch was sind, und andere, welche sich mit schönen stylischen rundungen präsentieren und daher auch überaus angenehm im mund sind, nebst dem sie kaum anfällig auf verunreinigungen sind bzw. sich super-leicht reinigen lassen.

    beispiele für stylische brackets (alle selbstliegierend):
    -- https://ormco.de/wp-content/uploads/sites/9/2016/03/DAMON_Q_CABECERA.png
    => firma „ormco“, bracket „damon q“.

    -- https://ormco.de/wp-content/uploads/sites/9/2018/09/bracket_damon_q2_large.png
    => forma „ormco“, bracket „damon q2“.

    -- https://www.bwdental.de/media/image/63/b9/48/tempsl-brackets5hTXCeP0iyZE7_600x600.jpg
    => firma „bw dental“. bracket auch ohne haken erhältlich. brackets laut website als typ „MBT“ und „Roth“ erhältlich.

    -- https://www.ats-ortho.de/out/pictures/generated/category/thumb/1140_250_75/03.jpg
    -- https://www.ats-ortho.de/out/pictures/generated/category/thumb/1140_250_75/01(1).jpg
    => firma „ats ortho“. selbige brackets und spezifikationen wie bei bw-dental, allerdings mitunter preiswerter, bei gleicher qualität.

    du siehst, liebe flora, es gibt echt sehr stylische brackets.
    die wesentlichen vorteile sind:
    -- viel glatte fläche, daher schnell/unkompliziert/leicht sauber
    -- rundherum gerundet = höchster tragekomfort betr. mund-/wangenschleimhäute
    -- kaum anfällig auf ablagerungen
    -- in den SLs rutschen die spangenbögen absolut optimal
    -- insgesamt kurze stuhlzeiten beim KFO = kosten-/zeiteinsparung für den patienten

    wennst nun noch welche kantigen, eckigen brackets sehen möchtest, quasi als „abschreckendes beispiel“, => ungeniert melden. ;-))


    RANDVERMERKT:
    die bracket-links betreffen zwar DE-firmen, wobei grundsätzlich jeder KFO bestellen kann, wo er will. ein guter AT-KFO wird dennauch wissen, wo er selbige brackets auch in AT her bekommt. die „ormco“ bspw., hat in AT ebenfalls einen firmenstandort.


    liebe flora, ich hoffe, dir auch hiermit wieder geholfen zu haben.
    es würde mich echt interessieren, was weiteres du mir zu deinem KFO/tiefbiss berichten kannst, in der hoffnung, die verschiedenen fragezeichen für dich eliminieren zu können.



    beste grüße
    wolfram
     
    Flora1401 gefällt dies.
  15. Flora1401

    Flora1401 Member

    Hallo @Chris78 !

    Ich habe deine Nachricht gestern genau im richtigen Moment bekommen. Unter Tags bin ich ja abgelenkt in der Arbeit, sodass ich gar nicht so viel an die Spange denke. Aber am Abend habe ich dann Zeit zum Nachdenken und plötzlich ist das Problem riesig! Und du hast es geschafft, dass ich mich dann doch wieder beruhigt habe. Danke dafür!

    Du hast Recht, Entscheidungen unter Druck sind nie gut. Was mir den Stress bereitet ist, dass ich mir denke dass sich sich Zähne schon lockern und wenn ich noch warte und die Spange erst in ein paar Wochen abnehmen lasse, möglicherweise der Schaden größer ist und meine Zähne dann vielleicht noch schiefer stehen als sie es jetzt tun.

    Der Vergleich mit der Brille ist gut :) im Nachhinein kommt mir dieses Argument eh wirklich blöd vor, aber damals war es eben auch ein riesiges Thema für mich. Das mit dem Alter ist halt wirklich ein Thema - die "Jungen" gehen glauben schon leichter damit um. Zumindest ich denke mir, dass ich mit vor 10 oder 20 Jahren lange nicht so viel Gedanken gemacht hätte, wie ich das jetzt tue.

    Ja, wäre es nicht so eine große Investition, hätte ich mir das Teil wahrscheinlich schon am nächsten Tag abmontieren lassen :)

    Ich hoffe auch, dass ich bald mal Klarheit habe, momentan ist mein Kopf noch Chaos pur...

    Liebe Grüße
    Flora
     
    RM2017 und Chris78 gefällt dies.
  16. RM2017

    RM2017 Well-Known Member

    Liebe @Flora1401 !

    Es gibt auch Schweizer hier ;), ein Forist war aus Beirut.

    Meine erste Behandlung in Wien war ca vor 40 Jahren, also bitte nicht zu rechnen anfangen....
    Da gab es noch keine Retention, Kontrollen und dergleichen.
    Sie verlief auch ziemlich turbulent, das beschrieb ich einmal im Forum, nicht so genau,
    will ja niemanden abschrecken- 3 Jahre- 3 Behandler....

    Hier in Bayern verlief es besser, ich bin mit dem erzielten Kompromiss (unters Messer wollte ich mich nicht mehr legen)
    sehr zufrieden. Kann wieder zu- und abbeißen, die Okklusion passt, habe 2 fixe Draht- Retainer und 2 lose für die Nacht- lebenslänglich.
    Jedes Quartal gehe ich zur Kontrolle.

    Aktive Lingualbracketsträgerinnen : @marsie , @Bea83 und @Anja-72 , die posten auch brav.

    Jemand sagte einmal, dass sich hier nur die Menschen, die Probleme mit KFOs oder Spangen haben, melden.
    Das wäre ja ein Grund für die Lingualversion, wenn sich so wenige hier tummeln:).

    Jede Spange macht Probleme, oft völlig unverhoffte, Einschränkungen gibt es immer, aber ich kenne im Umfeld
    nur eine Nichte, die sich schon nach ein paar Wochen die Spange wieder entfernen ließ.
    Da war sie um die 20, heute trägt sie mit 32 dritte Zähne:(.

    Ich würde mir an Deiner Stelle mehr Zeit zugestehen, sich an die Unannehmlichkeiten zu gewöhnen.
    Keine voreiligen Entscheidungen treffen, stell Dir vor, Du steigst um auf Außen- Brackets und es geht Dir anfangs so wie@Chris78.
    Vom Regen in die Traufe....sehe ich keinen Grund, das zu tun.

    Bleib dran und halte durch, jetzt hast Du ja uns zur Seite:).

    Liebe Grüße
    RM
     
    marsie und Flora1401 gefällt dies.
  17. MrsCatPower

    MrsCatPower New Member

    Liebe Flora,

    nachdem ich hier im Forum lange nur stille Mitleserin war, habe ich deinen Thread endlich zum Anlass genommen, mich anzumelden und zu posten. :)

    Ich möchte dich wirklich ermutigen, dir noch etwas Eingewöhnungszeit zu gönnen und keine vorschnelle und kostspielige Entscheidung zu treffen! Warte mal zwei Wochen ab...

    Kurz zu meiner Behandlungsgeschichte: Ich habe eine GNE hinter mir und habe die GNE-Apparatur parallel zur Lingualspange und später zum Gaumenbogen getragen. Die Lingualspange habe ich nun seit knapp 1 Jahr im Oberkiefer. Meine Behandlung ist sehr kompliziert. Ich habe im Oberkiefer nicht nur einen extremen Engstand, weswegen mein Gaumen operativ mit der GNE geweitet wurde, sondern auch einen Kreuzbiss, einen offenen Biss und einen sehr hoch stehenden Eckzahn, der über der normalen Zahnreihe stand. Mit einer Lingualspange Marke Eigenbau (vom KFO improvisiert) wird im Oberkiefer Platz für die Eingliederung des Eckzahns geschaffen, und in ein paar Wochen bekomme ich die Incognito - diese dann oben und unten.

    Warum habe ich mich für die linguale Variante entschieden, obwohl diese sehr viel teurer und gerade zu Beginn unkomfortabler ist? Ich war zum Zeitpunkt des Behandlungsbeginns schon Anfang 40 und bin leider mit einem miserablen Selbstbewusstsein ausgestattet, bedingt durch meine enorme Fehlstellung. Noch dazu arbeite ich in einer Branche, in der ich häufig Präsentationen halten muss und "sichtbar" bin. Und leider in einem Umfeld, in dem ich von einigen wenigen KollegInnen eher belächelt werden bzw. gern genommenes Lästerobjekt wäre, wenn ich dort auf einmal mit Außenbrackets antanze. Ich bewundere jeden, der die Brackets selbstbewusst trägt. Ich hätte das nicht gekonnt.

    Ich trage die Lingualspange im Oberkiefer nun wie gesagt seit knapp einem Jahr und habe mittlerweile wirklich keinerlei (!) Einschränkungen mehr. Sicher wird es nochmal beschwerlicher, sobald die Incognito im Ober- UND Unterkiefer eingesetzt wird. Aber durch die GNE und den Gaumenbogen hatte ich es obenrum schon etwas schwieriger als nur mit Lingualspange, mein Gaumen war wirklich sehr schmal und ich wusste nicht, wohin mit meiner Zunge. In den ersten Tagen habe ich etwas gelispelt, weil einfach kein Platz war, das hat sich aber schnell gelegt und ehrlich gesagt hat die GNE-Apparatur bei mir anfangs noch viel schlimmere Sprechprobleme verursacht. Nach etwa zwei Wochen hatte ich mich auch an die Brackets und Drähte gewöhnt. Heute hört man mir nicht an, was sich hinter meinen Zähnen verbirgt. Zunge und Wangeninnenseiten brauchen einfach etwas Zeit, sich an die Fremdkörper zu gewöhnen. Mir hat in den ersten Tagen Zahnspangenwachs sehr gut geholfen, das sieht man ja innen nicht einmal. Und mittlerweile brauche ich selbst das nicht mehr, nur alle paar Wochen mal, wenn es nach dem Bogenwechsel piekst. (Apropos, lass dir die Enden der Bögen unbedingt versiegeln, dann piekst zumindest dort nichts mehr.)

    Essen ist immer nach dem Bogenwechsel beschwerlich, aber diese Beschwerden hast du bei konventionellen Brackets ebenso. Die Zähne verschieben sich und sind schmerzempfindlich. An diesen Tagen nehme ich etwas weichere Kost zu mir, ansonsten esse ich mittlerweile ganz normal. Ich bin nur mit dem Abbeißen und sehr harten Lebensmitteln (Nüssen) etwas vorsichtig.

    Und was die Reinigung angeht: Ich habe keinen Vergleich, weil ich nie die konventionellen Brackets hatte. Aber ich bin etwas erstaunt über deine Aussagen, @wolfram , was die Gefahr für Karies angeht, die du so betonst. Hast du dazu nähere Informationen? Ich habe immer nur gelesen, dass das Kariesrisiko bei der Lingualspange sogar ein Stück weit niedriger ist als bei den konventionellen Brackets, weil die Zähne auf der Innenseite durch den Speichel besser umspült werden. Das steht zugegebenermaßen auf den Webseiten von KFOs, die Lingualspangen anbieten, und ist daher vielleicht nicht wirklich objektiv, aber ich habe gerade nach Studien gesucht und nur eine gefunden, nach der das Risiko bei beiden Varianten gleich ist. Ein höheres Kariesrisiko scheint mir also nicht belegt. Die Lingualspange hat sogar den Vorteil, dass es seltener zu Entkalkungen der Zähne (diese weißen Flecken nach Entfernung der Brackets) kommt.

    Ich putze meine Zähne mit einer normalen Handzahnbürste, sehr gründlich und nach jedem Essen, und reinige die Zwischenräume sowie die Bereiche zwischen Zahn/Bracket und Bogen mit Interdentalbürstchen in verschiedenen Größen, wenn mal etwas hängen bleibt. Ich halte Lingualbrackets hier sogar für praktischer, weil ich es z.B. nur selbst spüre, wenn mir Spinat o.ä. hängen bleibt, man es aber von außen nicht sieht. Außerdem benutze ich manchmal eine Munddusche, diese habe ich zu Zeiten der GNE-Apparatur sehr zu schätzen gelernt. Und ich rieche übrigens auch nicht unangenehm aus dem Mund, nur weil ich eine linguale Spange trage. ;)

    Was deine Fehlstellung angeht, so kann ich nicht einschätzen, welche Variante hier die bessere ist. Aber ich teile nicht unbedingt die Meinung, dass KFOs immer nur die teureren Produkte verkaufen wollen. Vielleicht habe ich eine Ausnahme-KFO erwischt, aber hier wollte man mir nichts aufschwatzen, im Gegenteil. Mir wurde sogar zu konventionellen Brackets geraten, weil die KFO und die Assistentinnen durch meinen engen Oberkiefer wirklich ihre liebe Mühe mit der lingualen Variante haben. Aber ich habe auf die Lingualspange bestanden und es bisher nicht bereut.

    Ich hoffe, dass dir mein Bericht etwas Mut macht. Entscheide nichts voreilig sondern versuche, noch ein paar Wochen durchzuhalten. Ich bin mir sicher, dass du dich daran gewöhnen wirst!

    Liebe Grüße!
     
    Flora1401 und marsie gefällt dies.
  18. wolfram

    wolfram Active Member

    hallo @MrsCatPower


    deiner frage betreffend karies (auch: zahn-/mundhygiene), gibst du dir gleich selber die antwort! ;-))

    da die linguals wie hinlänglich ausgeführt, nur schwer und unzureichend sauber zu kriegen sind (munddusche hin oder her = kein allheilmittel!), ist selbsterklärend, erweist sich das kariesrisiko deutlich höher. wie du selber sagst, bleiben speisebestandteile hängen, bemerkst nur du das, von aussen ist es nicht sichtbar (= keine wirkliche kontrolle ob und wie sauber wirklich, oder nicht!). persönlich möchte ich nie und nimmer, dauernd irgendwelche speiserestchen irgendwo rumhängen haben, nur weil man sie nicht oder nur unzureichend entfernt bekommt. das ist mir ein graus. aber vllt. magst du ja graus, dann ist es für dich genau das richtige. ;-))

    tatsache ist ebenfalls: selbst wenn man noch mühsam einen dentalspiegel und irgendwelches zusätzliches licht zur hilfe nimmt, vorallem hinter der kieferfront, ist es am allerschwierigsten, gescheit hin zu kommen. bei den molaren ist es tendentiel etwas leichter, aber dennoch höchst umständlich und nervraubend. nicht so, bei der konventionellen technik. da sieht man was sache ist, was man tut, man kommt leicht hin und sauber machen ist deutlich einfacher und geht daher schneller. defacto ganz klar kleineres kariesrisiko.

    und überhaupt:
    warum sprichst du NUR karies an?!
    kann es evt. sein, bist du nicht bis ins detail aufgeklärt?
    im mundraum spielt längst nicht nur karies eine rolle. nein, parodontitis figuriert ebenfalls auf der zahn-/mundbühne herum. auch dort kann es bei mangelnder zahn-/mundhygiene, leicht zu unliebsamen problemen führen! insbesondere, wenn vonseiten der brackets, unzureichende hygiene herrscht!

    warum bitte, darf ein seriöser(!) KFO keine MBAs installieren, wenn er an der gingiva (zahnfleischrand; inkl. gingiva-dreieck!) irgendwo eine parodontitis findet?! aus einem einfachen grund: würde eine MBA trotzdem installiert, würde sich die parodontitis über kurz oder lang ausweiten bzw. sich der zustand rasch verschlechtern. defacto ist es zwingend, muss die parodontis erst vollständig abheilen, ehe die MBA installiert werden darf.

    die spucke im mundraum:
    woran glaubst du…?!
    tagsüber mag das vllt. grad so knapp zutreffen.
    nachtsüber jedoch, garantiert nicht. da gerinnt die spucke zwangsläufig und wird zu einer art zähen schleim (in der mundhöhle mehr wie in den wangentaschen!). absolut perfekt für bakterien auf nicht wirklich sauberen linguals!
    selbiges passiert bei den konventionellen zwar auch +/-, das will ich nicht absprechen. nur bekommt man letztere wie ausgeführt, schneller und leichter sauber.

    betreffend der von dir erwähnten "weißen flecken" nach entfernen der brackets:
    bist du dir sicher, hängen diese mit den brackets zusammen? da wirst du wahrscheinlich einer falsch-info aufgesessen sein. die weißen flecken sind bekannt als "fluorosen". diese entstehen allerdings nicht der bracket wegen. ;-)
    einzigste, mögliche bzw. denkbare ursache: in den klebern ist auch immer fluor enthalten. sollte seitens des KFO ein zu fluorhaltiger kleber verwendet worden sein, welcher für die eigenen beißerles unerwartet zu "hochprozentig" ist, wäre es denkbar, entstehen solche fluorosen. dies wäre dann aber, wenn so, eine unerwünschte nebenwirkung, welche allerdings klar die ausnahme wie die regel darstellt.

    einen dank an dich…:
    …hinsichtlich deiner schilderung betreffend deinem engen OK, dass deine KFO und ihre assistentinnen ihre liebe mühe hatten, mit den linguals.
    dass dies zutrifft und deine schilderung daher absolut korrekt ist, kann ich bestens bestätigen.



    beste grüße
    wolfram
     
  19. MrsCatPower

    MrsCatPower New Member

    Lieber Wolfram,

    danke der Nachfrage, ich bin sogar bestens aufgeklärt. ;)Und ich meinte die Mundhygiene allgemein, entschuldige, dass ich es uneindeutig und nur auf Karies formuliert habe. Ich hatte nur selbst gezielt nach dem Kariesrisiko gesucht und es daher erwähnt. Aber selbst hier würde mich interessieren, worauf du deine Aussage eines höheren Kariesrisikos fusst? Ich habe dazu keine Belege finden können.

    Selbstverständlich belasse ich Essensreste, die an den Brackets hängen bleiben, nicht dort, sondern reinige sie, sobald ich die Möglichkeit habe, zum Dentalbürstchen zu greifen. Ich meinte damit, dass das Gegenüber die Reste nicht direkt sieht, was mir bei beruflichen Terminen zum Essen zum Beispiel sehr unangenehm wäre. Natürlich muss man die Zähne nach dem Essen reinigen, aber eine entsprechende Mundhygiene sollte bei einer Zahnspange eh selbstverständlich sein - egal ob lingual oder konventionell.

    Bezüglich der weißen Flecken bin ich keine Expertin, aber wie kommst du drauf, dass es sich um eine Falsch-Info handelt? Laut meiner Informationen, z.B. hier nachzulesen, kommt es bei Zahnspangenträgern häufiger zu Entkalkungen, weil sich an den Brackets Essensreste festsetzen können, die den Zähnen wiederum Mineralien entziehen. Wie häufig dieses vorkommt, weiß ich nicht und habe auch nicht gesagt, dass dies immer der Fall ist. Aber es wird häufig als Vorteil von Lingualspangen aufgeführt, dass dies eben nicht sichtbar ist.

    Aber wie gesagt - eine entsprechende Mundhygiene sowie eine engmaschige Kontrolle beim Zahnarzt des Vertrauens sollte bei egal welcher Spange selbstverständlich sein.

    Viele Grüße!
     
  20. wolfram

    wolfram Active Member

    servus @MrsCatPower


    es liegt mir fern, dir zu nahe treten zu wollen. trotzdem sei mir die feststellung erlaubt, gibst du dir erneut selber die antwort.

    deine überzeugung (zitat)„…sogar bestens aufgeklärt…“ zu sein, wirkt dahingehend wenig überzeugend, verlinkst du auf eine website (namens “jameda“), welche von „stiftung warentest“ und anderen verbraucherschützern, in verschiedener hinsicht kritisiert und angeprangert wurde.
    der dortige bericht (inkl. inhalt!) ist gelinde ausgedrückt „asbach uralt“ (vom 05.11.2013), soher bald 8jahre alt!
    dem bericht steht nach (zitat):“Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.“
    die website der beiden autoren und insbesondere deren vitas, habe ich selbstverständlich eingehend geprüft. fazit: eine absolut professionelle, top-seriöse vita schaut komplett anders aus.
    persönlich würde ich dort garantiert keinen fuss in deren praxis setzen.

    auf deine übrigen fragen mag‘ ich (pardon) nicht nochmals antworten. stattdessen würde ich dich freundlichst bitten, meine infos/posts nochmals aufmerksam zu lesen und dazu bitte auch die weiße und graue substanz zu nutzen, da du ja sogar bestens aufgeklärt bist. ;-)


    beste grüße
    wolfram
     

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